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Shy Abady, Hannah Arendt Project, Journal Frankfurt, october 2005, Marc Peschke

Diese Kunstausstellung über Hannah Arendt kommt zur richtigen Zeit: 30 Jahre nach ihrem Tod und kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag im kommenden Jahr erinnert der israelische Künstler Shy Abady jetzt an die in Hannover geborene deutsch-jüdische Philosophin, Antisemitismus-Forscherin, politische Kolumnistin und Politologin. Vielleicht vermögen die Werke – wundervolle kleine Porträts auf Holz – anzuregen, Arendt noch einmal zu lesen: etwa ihren 1963 erschienenen Bericht über den Eichmann-Prozess, über die „Banalität des Bösen. Abadys Gemälde – die meisten sind nach Porträtaufnahmen Ahrendts entstanden – transferieren populäre Fotografien, wie wir sie etwa von Buchumschlägen kennen, in eine Sphäre des Intimen, wie Abady sagt: „Für mich sind ihre Fotos, ebenso wie ihre Bücher, ein Weg, mich ihrer Person anzunähern. Ihr durchdringender Blick, die Zigaretten, die altmodische Perlenkette und das verlegene Posieren vor der Kamera, den Kopf in die Hand gestützt, diese Bilder erzählen die Geschichte einer europäischen, intellektuellen Jüdin des 20. Jahrhunderts. “ Marc Peschke